Schlafstörungen - Wenn die Nacht zum Tage wird


Nächtliche Unruhe und Schlafstörungen sind ein häufiges Symptom. Wer kennt sie nicht, die gedankenschweren und rastlosen Nächte nach einem anstrengenden Arbeitstag, vor Prüfungen oder auch nach anregenden oder freudigen Ereignissen. 10 - 20 % der Erwachsenen geben an unter Schlafstörungen zu leiden, wobei Klagen über verspätetes Einschlafen,frühes Erwachen oder unterbrochenen Schlaf im Vordergrund stehen. Nun ist es aber zunächst notwendig, die von den Patienten subjektiv empfundenen Schlafstörungen zu objektivieren. Von einer Schlafstörung spricht man erst dann, wenn die Einschlafzeit und die Dauer nächtlichen Wachliegens 30 min. übersteigt und mindestens drei Nächte in der Woche davon betroffen sind. Hinzu kommt, daß der Schlafbedarf vom Lebensalter und der tagsüber verrichteten Arbeit abhängt.

Als Mittelwerte der Schlafzeiten können angegeben werden:

Alter Schlafzeit
Neugeborene 16 h
Kinder (2-10 Jahre) 12-9 h
Kinder (10-18 Jahre) 9-8 h
Erwachsene (19-50 Jahre) 7 h
Erwachsene (50-70 Jahre) 6 h
Greise (über 70 Jahre) 5,75 h


Dieses Wissen ist umso wichtiger, wenn man bedenkt, daß ältere Patienten, die ihre natürliche Schlafzeit von etwa 6 h als zu wenig empfinden, unnötigerweise zu Schlafmitteln greifen. Diesen Patienten ist meist schon dadurch geholfen, indem man sie überzeugt ihren Mittagsschlaf durch einen ausgiebigen Spaziergang zu ersetzen und einfach ein bis zwei Stunden später zu Bett zu gehen!

Wirkliche, chronische Schlafstörungen hingegen können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und zu sowohl seelischen als auch zu körperlichen Schäden führen. Man gerät leicht in einen Teufelskreislauf, denn der Druck, gut schlafen zu wollen, und die Angst, wieder schlecht zu schlafen, werden größer und verstärken das Ausmaß der Schlafstörung.

Die wichtigsten Möglichkeiten zur Selbstbehandlung

Grundlage der Therapie ist eine gesunde Schlafhygiene, d.h. die Beseitigung von Störfaktoren und das Schaffen einer angenehmen Schlafatmosphäre! Auch die Abgrenzung vomTagesgeschehen sollte eingeübt werden.

Halten Sie regelmäßige Schlafzeiten ein, starke Schwankungen, wie z.B. durch Schichtarbeit hervorgerufen, können Schlafstörungen verursachen
Vermeiden Sie tagsüber zu langes Schlafen, dies mindert abends den Schlafdruck; ein kurzer Mittagsschlaf hingegen kann helfen, eine schlafstörende Anspannung abzubauen.
Schaffen Sie sich angenehmste Schlafbedingungen: Ausreichende Verdunkelung und Geräuschdämmung, eine Temperatur von 15-18 °C bei guter Belüftung gelten als gutes Schlafklima.
Verbannen sie alle Gegenstände aus dem Schlafzimmer, die sie an die Aufgaben des nächsten Tages erinnern, insbesondere eine sichtbar platzierte Uhr, die Sie nur daran erinnert, wie wenig Sie wieder geschlafen haben oder werden.
Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung (insbesondere für den Nahrungsmittelallergiker gilt die konsequente Abstinenz von seinen Allergenen) und vermeiden Sie schwere Mahlzeiten am Abend.
Auch der Verzicht auf Nikotin, Koffein und Alkohol hilft, zumindest in den Stunden vor dem Zubettgehen.
Regelmäßige Bewegung bis mindestens vier Stunden vor dem Schlafen fördert die Schlafbereitschaft!
Lassen Sie den Tag in aller Ruhe ausklingen und schließen Sie ihn ab, in dem Sie die Tagesereignisse noch einmal überdenken, etwas angenehme Musik hören und sich ein kleines Einschlafritual zurechtlegen, etwa ein warmes Bad zur Entspannung oder eine Tasse schlaffördernden Kräutertee abends vor dem Schlafengehen.
Gehen Sie nicht zu spät ins Bett, da depressive Gedanken und Angstvorstellungen vor allem nach 24.00 auftreten und der Schlaf vor Mitternacht ja sowieso der gesündeste ist.

Was tun bei anhaltenden Schlafstörungen?
Wenn Ihre Schlafstörungen über drei Monate hinweg anhalten, ist durch Selbstbehandlung in der Regel keine Besserung zu erwarten. In diesem Falle sollten Sie eine von der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin (DGSM) anerkannte Schlafambulanz oder ein Schlaflabor zur weiteren Abklärung aufsuchen. Hier können Sie auch eine speziell auf Schlafstörungen zugeschnittene Behandlung angeboten bekommen! Im Rahmen dieser Therapieangebote spielt die Vermittlung von Entspannungsübungen wie Yoga, Autogenes Training etc. eine wichtige Rolle, was natürlich auch selbst in entsprechenden Kursen erlernt werden kann und regelmäßig zu Hause angewendet eine deutliche Verbesserung der Schlafqualität erbringt!

Pflanzenheilkunde
Um absehbare Schlafprobleme, etwa vor Prüfungen oder in Zeiten extremer beruflicher Anstrengungen, abzumildern, bietet sich natürlich auch die Möglichkeit der Selbstmedikation mittels pflanzlicher Arzneimittel. Diese empfehlen sich besonders, da sich durch sehr gute Verträglichkeit auszeichnen und auch nach längerer Einnahme den natürlichen Schlafrhythmus nicht beeinträchtigen und so nicht zur Abhängigkeit führen! Auch kommt es nicht zum sogenannten "Hang over", d.h. sie führen nicht zu morgendlicher Restmüdigkeit- im Gegensatz zu den meißten chemischen Schlafmitteln.
Bewährt haben sich Arzneimittel oder Kräutertees aus Hopfen, Melisse, Passionsblume und insbesondere Präparate aus Baldrian. Sie sollten evt. auch schon tagsüber regelmäßig eingenommen werden um allgemeine Anspannungen abzubauen. Abends wird dann kurz vor dem Zubettgehen eine höhere Dosis eingenommen als tagsüber. Besonders beim Baldrian ist es wichtig abends eine ausreichend hohe Dosis einzunehmen, da zu geringe Dosen eher anregend wirken können. Auch sollte man die volle Wirkung nicht gleich in der ersten Nacht erwarten- der Erfolg liegt bei pflanzlichen Arzneimitteln vor allem in der regelmäßigen Anwendung.

Homöopathisch Arzneimittel bei Schlafstörungen
Freunde der Homöopathie werden natürlich ein homöopathisches Arzneimittel bevorzugen. Folgende Liste enthält eine Auswahl, die sich in der Praxis besonders bewährt hat. Trifft eine der Arzneien auf Ihr Störungsbild zu, so nehmen sie abends vor dem Schlafengehen 5-10 Globuli und lassen sie langsam auf der Zunge zergehen.

Ambra D3
Schlafstörungen bei geschäftlichen oder beruflichen Sorgen trotz Müdigkeit. Wenn grüblerische Gedanken nach geistiger Anspannung und starken Sinneseindrücken wach halten. Verlangen, alleine gelassen zu werden.
Coffea D12
Kann nicht einschlafen wegen anregender Gedanken mit lebhafter Phantasie; angenehmes Wachsein. Übererregung durch freudige Ereignisse, aber auch Schreck und Streit. Wachsein infolge von abendlichem Alkohol-, Kaffee- oder Nikotinkonsum
Gelsemium D12
Schlafraubende Aufregung mit Furcht vor dem kommendem Tag. Erwartungsangst, weil eine Prüfung oder ein unangenehmes gesellschaftliches Ereignis bevorsteht. Fühlt sich schwach und möchte nicht gestört werden.
Phosphorus D12
Körperliche Müdigkeit bis Erschöpfung bei lebhafter, phantasiereicher Gedankenfülle. Dabei leicht beeindruckbar und voller Ängste. Angst vor Dunkelheit- braucht Licht zum Einschlafen- und vor Alleinsein.
Zincum valerianicum D12
Schlaflosigkeit durch ausgeprägte Unruhe im Bett, insbesondere der Beine (restless legs syndrom), Zucken oder periodische Bewegungen.
Cypripedium D6
Besonders für Kinder, die tagsüber unruhig und nervös, nachts aber ungewöhnlich lebhaft ud wohlgelaunt sind. Sie machen die Nacht zum Tag.


Bei weiteren Fragen konsultieren Sie bitte Ihren Hausarzt, schreiben uns eine e-mail oder besuchen uns in der Apotheke.

Ihr G. Allmann


Adressen
www.uni-marburg.de/sleep/dgsm
(Adressen von DGSM-Schlafambulanzen)
www.schlaflabor.de
www.schlafmedizin.de
www.restless-legs.org

Notdienst
Freitag 5.8.2005

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